Ein Industrial Ethernet Switch verteilt das Netz dort, wo mehrere Geräte an einem Punkt zusammenlaufen: im Schaltschrank, am Feldverteiler, im Fahrzeug. 14 Modelle von [Teltonika Networks](/collections/teltonika-networks), von vier bis zehn Ports.
Der Unterschied zum Büroswitch steht nicht im Datenblattkopf, sondern am Rand: −40 °C bis +75 °C über nahezu das gesamte Sortiment, Weitbereichseingang statt Steckernetzteil, Hutschienenmontage, lüfterlos. Ein Bürogerät im Schaltschrank funktioniert im Sommer meistens auch — bis es das nicht mehr tut, und dann liegt der Fehler dort, wo niemand ihn sucht.
Managed oder unmanaged — die Entscheidung, die man nicht nachholen kann
Zwölf Modelle sind unmanaged, zwei managed. Alles andere lässt sich später ändern; das hier nicht, ohne das Gerät zu tauschen.
Unmanaged heißt: anschließen, fertig. Keine Konfiguration, keine Oberfläche, nichts, was falsch eingestellt werden kann. Für den Regelfall — ein paar Geräte an einem Punkt, ein flaches Netz — ist das die richtige Wahl, und die günstigere dazu.
Managed brauchen Sie, sobald eines von drei Dingen zutrifft: Das Netz soll in VLANs getrennt werden, es braucht Redundanz über einen Ring, oder der Switch soll selbst Auskunft geben, wenn ein Port ausfällt. Die beiden verwalteten Modelle — TSW202 und TSW212 — unterstützen dafür EtherNet/IP, PROFINET und MRP nativ. MRP ist der Punkt, an dem es konkret wird: Damit heilt ein Ring den Kabelbruch selbst, statt die halbe Anlage mitzunehmen.
Wer unsicher ist, ob VLANs kommen: Sie kommen meistens. Aber selten so bald, dass sich der Aufpreis heute schon rechnet.
PoE+: Strom über dasselbe Kabel
Sechs Modelle speisen die angeschlossenen Geräte über die Datenleitung — nach IEEE 802.3af/at, bis zu 30 W je Port.
Das ist selten eine Frage des Komforts. Eine Kamera, ein Access Point oder ein Terminal an einem Mast oder unter der Decke braucht sonst eine zweite Leitung und eine Steckdose an einer Stelle, an der keine ist. Ein PoE+-Switch ersetzt beides durch das Netzwerkkabel, das ohnehin dorthin muss.
Vor der Auswahl das Leistungsbudget prüfen. 30 W je Port heißt nicht, dass alle Ports gleichzeitig 30 W liefern — die Summe ist begrenzt und steht auf der Produktseite. Vier Kameras mit je 15 W sind unkritisch, acht Access Points mit voller Last nicht. Netzteile und Anschlusskabel stehen unter Kabel, Stecker und Stromversorgung.
Fast Ethernet oder Gigabit
Fünf Modelle mit 100 MBit, neun mit Gigabit. Für Steuerungsdaten, Zählerwerte und Fernwartung ist Fast Ethernet reichlich bemessen und bleibt es auch. Zum Engpass wird es an genau zwei Stellen: wenn Videoströme durch den Switch laufen, und wenn ein Backup oder ein Image über dieselbe Strecke geht.
Die Faustregel aus der Praxis: Kameras heißen Gigabit. Alles andere selten.
Portzahl und Glasfaser-Uplink
Das Sortiment reicht von vier bis zehn Ports. Vier und fünf decken den Verteilerkasten ab, acht den Schaltschrank mit mehreren Teilnehmern.
Die vier Zehn-Port-Modelle bringen zusätzlich zwei SFP-Steckplätze für Glasfaser. Das ist kein Bandbreitenthema, sondern ein Entfernungs- und Störungsthema: Kupfer endet bei 100 Metern, und in einer Halle mit Frequenzumrichtern ist Glas ohnehin die ruhigere Strecke. Zwei der vier sind die verwalteten Modelle.
Ein Sonderfall fürs Fahrzeug
Der TSW101 ist auf den Einbau in Fahrzeuge und mobile Anlagen ausgelegt: Speisung direkt aus dem Bordnetz mit 9 bis 30 V DC, vier PoE+-Ports, kein externes Netzteil. Für Fahrzeugnetze, Flottentechnik und mobile Aufbauten, in denen kein 230-V-Anschluss zur Verfügung steht — dort meist zusammen mit einem Industrie-Router und einer Außenantenne.
Wenn Sie eine Zulassung für den Straßeneinsatz brauchen, klären wir die Zertifikatslage vor der Bestellung modellscharf — eine Aussage aus zweiter Hand hilft dort niemandem.
Welcher Switch wofür
- Ein paar Geräte an einem Punkt, flaches Netz — unmanaged, 5 Ports
- Schaltschrank mit mehreren Teilnehmern — unmanaged, 8 Ports
- Nur Steuerungsdaten, kein Video — Fast-Ethernet-Modell genügt
- Kameras im Netz — Gigabit
- Kamera oder Access Point ohne Steckdose — PoE+-Modell
- VLAN-Trennung gefordert — TSW202 oder TSW212
- Ringredundanz mit MRP — TSW202 oder TSW212
- PROFINET oder EtherNet/IP im Netz — TSW202 oder TSW212
- Strecke über 100 m oder starke Störeinflüsse — Modell mit SFP-Uplink
- Einbau im Fahrzeug, kein 230 V — TSW101
Welche Ausführung am konkreten Aufbau trägt, hängt an Portzahl, Leistungsbudget und Einbauort. Die Auslegung besprechen wir vor der Bestellung.
Worin unterscheidet sich ein Industrie-Switch vom Bürogerät?
In drei Punkten, die alle nichts mit der Datenrate zu tun haben. Temperatur: −40 °C bis +75 °C statt 0 bis 40 °C. Stromversorgung: Weitbereichseingang und Hutschienenmontage statt Steckernetzteil. Bauweise: lüfterlos, ohne bewegte Teile, für Dauerbetrieb ohne Wartungsfenster. Ein Bürogerät scheitert im Schaltschrank selten sofort — es scheitert im dritten Sommer.
Lassen sich die Switches auf die Hutschiene montieren?
Ja, das ist die vorgesehene Montageart. Passendes Zubehör — Rückwände und DIN-Rail-Halterungen für die verschiedenen Baureihen — steht unter Hutschienen-Zubehör.
Brauche ich einen Switch, wenn der Router schon Ports hat?
Oft nicht. Die meisten Industrie-Router im Sortiment bringen vier oder fünf Ethernet-Ports mit; solange die reichen, ist der Switch überflüssig. Er wird nötig, wenn mehr Teilnehmer dazukommen, wenn PoE gebraucht wird, oder wenn die Verteilung räumlich getrennt vom Router sitzen soll.
Können die Switches zentral verwaltet werden?
Bei den unverwalteten Modellen entfällt die Frage — sie haben keine Konfiguration. Die beiden verwalteten bringen eine eigene Oberfläche mit. Ob und wie sich ein Modell in das Fernwartungssystem von Teltonika einbinden lässt, klären wir für das konkrete Gerät; pauschal gilt es für das Switch-Sortiment nicht.
Was kostet der laufende Betrieb?
Bei unverwalteten Switches nichts außer Strom. Bei den verwalteten kommt der Aufwand für Konfiguration und Pflege dazu — der eigentliche Preis von „managed" ist nicht das Gerät, sondern dass jemand die Einstellungen kennen und dokumentieren muss.