mPCIe- und M.2-Karten in Industrie-PCs einbauen

Von Helmut Artmeier  •   3 Minuten gelesen

mPCIe und M.2 Karte in Industrie-PC einbauen – Schritt für Schritt (KI-generiertes Symbolbild)

mPCIe- und M.2-Karten in Industrie-PCs einbauen

Symbolbild, KI-generiert (gpt-image-1)

Wer eine mPCIe- oder M.2-Karte in einen Industrie-PC einbauen will, rüstet damit in der Regel LTE-Module, WLAN-Karten, NVMe-SSDs oder KI-Beschleuniger nach. Diese Anleitung beschreibt den mechanischen Einbau sowie die erste Inbetriebnahme unter Windows und Linux – am Beispiel der Industrie-PCs von ENBIK.

Schnittstellentypen im Überblick

Industrie-PCs verfügen je nach Modell über folgende Steckplätze:

mPCIe (Mini PCIe) - Formfaktor: 30 × 50,95 mm (full-size) oder 30 × 26,8 mm (half-size) - Übertragung: PCIe Gen 1 x1 und USB 2.0 (gleichzeitig nutzbar) - Typische Einsatzzwecke: LTE-/5G-Module, WLAN/Bluetooth-Karten, serielle Schnittstellenkarten - Befestigung: eine M2-Schraube

M.2 - Formfaktoren (je nach Modell verfügbar): 2242, 2260, 2280 - Schlüsseltyp: M-Key (PCIe NVMe, SATA), B-Key (SATA, USB, LTE) oder B+M-Key - Übertragung: PCIe Gen 3 x4 (NVMe) oder SATA III – abhängig vom Slot - Typische Einsatzzwecke: NVMe-SSD, LTE-Module, KI-Beschleuniger (z.B. Hailo-8) - Befestigung: eine M2-Schraube am gegenüberliegenden Ende

Vor dem Kauf einer Erweiterungskarte die Spezifikation des jeweiligen ENBIK-Modells prüfen: M.2-Slots sind nicht immer NVMe-fähig – ein reiner SATA-M.2-Slot betreibt keine NVMe-SSDs.

Benötigtes Werkzeug und Vorbereitung

  • Kreuzschlitzschraubendreher PH0 oder PH1
  • Antistatik-Armband oder Entladung an geerdeter Metallfläche
  • Ggf. SIM-Karte (bei LTE-Modulen)
  • Datenblatt des ENBIK-Modells (Steckplatzbelegung prüfen)

Den Industrie-PC vollständig abschalten und Spannungsversorgung trennen. Nicht im Standby-Betrieb arbeiten – mPCIe und M.2 sind keine Hot-Plug-Schnittstellen.

Einbau: mPCIe-Karte

  1. Gehäusedeckel oder Wartungsöffnung des ENBIK-IPCs öffnen (modellabhängig: Schrauben an der Unterseite oder seitliche Abdeckung).
  2. Den mPCIe-Steckplatz lokalisieren – Bezeichnung im Datenblatt (z.B. „MPCIE1").
  3. Karte im 30°-Winkel in den Steckplatz einführen, bis der Goldkontakt vollständig sitzt.
  4. Karte flach auf die Platine drücken und mit der M2-Schraube fixieren.
  5. Bei LTE-Modulen: Antennenkabel (IPEX/MHF4) auf die Antennenbuchsen aufstecken – leichten Druck bis zum Einrasten ausüben. Haupt-Antenne auf „MAIN", Hilfsantenne auf „AUX".
  6. Bei LTE-Modulen: SIM-Karte in den zugehörigen SIM-Slot einlegen (Nano-SIM, Lage aus Datenblatt entnehmen).
  7. Gehäuse schließen.

Einbau: M.2-Karte

  1. Gehäuse öffnen und M.2-Slot lokalisieren (Bezeichnung z.B. „M2_1", Schlüsseltyp aus Datenblatt entnehmen).
  2. Den Abstandshalter (Standoff) auf die passende Position für den Kartenformfaktor schrauben (2242 / 2260 / 2280).
  3. Karte im 30°-Winkel einstecken – Schlüsselkerbe muss mit dem Slot übereinstimmen, sonst sitzt die Karte nicht.
  4. Karte flach auf den Abstandshalter drücken und mit der M2-Schraube fixieren.
  5. Bei M.2-LTE-Modulen: Antennenkabel wie oben beschrieben anschließen.
  6. Gehäuse schließen.

Erste Inbetriebnahme

Windows: Industrie-PC starten. Standardmäßig erkennt Windows Massenspeicher (NVMe/SATA) und viele Netzwerkkarten automatisch. Für LTE-Module den Hersteller-Treiber installieren (USB-Composite-Device oder MBIM-Treiber). Anschließend unter Einstellungen → Netzwerk → Mobilfunk die APN-Einstellungen des Mobilfunkanbieters eintragen.

Linux:

# Erkennung prüfen
lspci        # PCIe-Karten
lsusb        # USB-basierte mPCIe-Module (LTE oft als USB-Gerät)
lsblk        # NVMe/SATA-SSDs

# NVMe-SSD initialisieren (falls neue, leere SSD)
sudo fdisk /dev/nvme0n1

Für LTE-Module unter Linux empfiehlt sich ModemManager:

sudo apt install modemmanager
mmcli -m 0    # Modem-Status abfragen

Fazit

Der Einbau von mPCIe- und M.2-Karten in ENBIK Industrie-PCs ist mit einfachem Werkzeug in wenigen Minuten erledigt. Entscheidend ist die Vorabprüfung des Schlüsseltyps und der unterstützten Protokolle (PCIe NVMe vs. SATA) des jeweiligen M.2-Slots. LTE-Module erfordern zusätzlich eine korrekt angeschlossene Antenne für zuverlässigen Empfang.

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Weiterführende Dokumentation

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